Aktuelles Freundeskreis württembergischer Volleyball

FKWV-Stammtisch in Burg Katzenstein und Abtei Neresheim
  29.08.2022 •     Freundeskreis


Der Jahresausflug des Freundeskreises des württembergischen Volleyballs (FKWV) ging am 23.08.2022 in den östlichsten Landesbereich, das Härtsfeld mit seinen speziellen kulturellen, historischen und landschaftlichen Besonderheiten. Die von Manfred Schulz in bewährter Weise vorbereite Tour führte die 12 Teilnehmer zur Burg Katzenstein und zur Abtei Neresheim, die beide bereits im 11. Jahrhundert urkundlich erwähnt werden, jedoch jeweils deutlich frühere nicht konkret belegte Anfänge haben.

Die auf dem Katzenstein-Felsen gelegene Burg Katzenstein gehört zu den ältesten erhaltenen Stauferburgen. Sie ist ein imponierendes Beispiel einer mittelalterlichen Höhenburg. Die von einer Ringmauer umgebene Anlage schließt drei Höfe auf zwei Ebenen ein. Mit der Baugeschichte und den häufiger wechselnden Besitzverhältnissen bestens vertraut, zeigte der Eigentümer und Betreiber der Anlage Michael Nomidis-Walter in beindruckender Weise die Ausbauphasen der Burg auf. Sie reichen zurück bis zu einfachsten wohnlichen Umständen im romanischen Bergfried mit den daran angebauten tonnengewölbten staufischen Wohnanlagen und Stallungen. Die damalige Kaminanlage und der 25 Meter tief in den Fels geschlagene Grundwasserbrunnen sind in diesem frühen Palas noch vorhanden. Später wurde die Anlage in zahlreichen Anund Ausbaustufen größer und komfortabler. 1773 erfolgte der grundlegende Neuausbau des östlichen Burgbereichs zu einem funktionalen Schlossgebäude. Ihr größtes Kleinod hat die Anlage in der romanische St. Laurentiuskapelle. Die zahlreichen außergewöhnlichen Fresken vom Ende des 12. Jhdt. wurden 1977 freigelegt.

Der anschließende Besuch der nur wenige Kilometer entfernten ausgedehnten Anlage des Benediktinerklosters Neresheim auf dem Ulrichsberg mit seiner prachtvollen barocken Abteikirche bildete einen kaum größer denkbaren Kontrast zur Burg Katzenstein. Diese schroff, eng und eher schlicht in der Ausführung, ein eindrücklicher Beweis von lokaler Machtentfaltung und vermutlich dauerhaftem Überlebenskampf, jenes ein großartiges religiöses Monument von europäischem Rang, das das weltliche Geltungsbewusstsein der Kirche im ausgehenden 18. Jhdt. ebenso offenbart wie den geistlichen Herrschaftsanspruch des Benediktinerordens.

Die nach Plänen des überragenden Barockarchitekten Balthasar Neumann in den Jahren 1750 bis 1792 erbaute Abteikirche beindruckt durch ihre Mächtigkeit, ihre strahlende Helligkeit, die perfekt gemalten Fresken in den 7 Kuppelräumen (Martin Knoller), die zu den wichtigsten des späten Barocks zählen, die wunderbare Hauptorgel (Johann Nepomuk Holzhey) und die zurückhaltend erhabene Ausstattung (Thomas Schaidhauf). Die außergewöhnliche Akustik des Kirchenraums und der erfüllende Klang der Holzhey-Orgel machen die regelmäßig stattfindenden Konzerte zu unvergesslichen Erlebnissen. 

Sichtlich beeindruckt und hochzufrieden versammelten sich die Ausflügler im Seehaus am Härtsfeldsee zum abschließenden gemeinsamen Kaffeetrinken. Dort konnten sie ihre reichen Eindrücke besprechen und verarbeiten.