Freundeskreis württembergischer Volleyball e.V.

Leitgedanke des Vereins ist, die durch die Betätigung im württembergischen Volleyballsport entstandene persönliche Verbundenheit der aktiven und ehemaligen Funktionsträger, Trainer, Schiedsrichter, Spieler, Vereinsverantwortliche, Mitarbeiter und weiterer Freunde untereinander und mit dem Volleyball-Landesverband Württemberg (VLW) zu pflegen, Ziele und Praxis des Volleyballsports zu fördern und Förder- sowie Freundeskreise des Volleyballs in Württemberg zusammenzuführen.

Aktuelles Volleyball Landesverband-Württemberg

Wegweiser im Virus-Wirrwarr
  28.12.2020 •     Verband


Der VLW hat im vergangenen Jahr gleich mehrere Dinge gelernt: Der Virus lähmt nicht nur, er fördert auch Entwicklungen. Zweitens: Auf die große Volleyball-Familie kann man sich verlassen. Und stolz sein. Die gespürte Solidarität in der Krise spornt an.

März 2020. Das Virus hat das allgemeine Leben in Deutschland zum Stoppen gebracht. Doch der ersten Schockstarre und Lähmung folgten wegbereitende Entscheidungen. Mussten folgen – und zwar in alle Lebensbereiche hinein. Nicht nur beim VLW musste man sich von Grund an neu sortieren. Rückblickend kann der Verband stolz sein auf das (trotzdem) Geleistete, aber vor allem auf die ehrenamtlichen Vereinsmitarbeiter quer durch Württemberg, die sich für Volleyball einsetzen.

„An den Scheidewegen des Lebens stehen keine Wegweiser.“ Charlie Chaplin

Recht hat er, der britische Schauspieler und Komiker. In einer bislang so noch nie in dieser Art da gewesenen Situation kann man nur handeln und hoffen. Hoffen, dass der eingeschlagene Weg der Richtige ist. „Das war die größte Herausforderung: In jeder Situation die richtige Entscheidung zu treffen“, betont Martin Walter, Präsident des Volleyball-Landesverband Württemberg. Den Saisonabbruch Mitte März bezeichnet Walter als eine der schwierigsten Situationen seiner Amtszeit. Und doch war die Entscheidung für den Abbruch richtig. Und gleichzeitig der Auftakt für einen Seiltanz, der sich durchs ganze Jahr 2020 zieht und immer noch nicht zu Ende ist. Während in manchen Bereichen die Arbeit für die Mitarbeiter der Geschäftsstelle mehr wurde, musste gleichzeitig aber die verminderte Einsatzfähigkeit aufgrund der Kurzarbeit berücksichtigt werden. 

„Dass wir mit drei vollen, zwei halben Stellen und einem Werkstudenten nicht so viele Personen sind, schafft im Normalfall kurze Wege, ein Vorteil“, sagt Geschäftsführer Andreas Burkard. „Die größte Herausforderung für uns alle war, die Kommunikation aufrecht zu erhalten, und zwar in und mit allen Bereichen, mit den Hauptamtlichen auf der Geschäftsstelle, mit den ganzen Ehrenamtlichen der Verbandsführung, mit den Ausschüssen, mit den Vereinen. Weiterhin präsent und nahbar zu bleiben, das hat einiges an Anstrengung erfordert.“ Doch gleichzeitig sind einige Projekte, die schon länger auf der To-do-Liste des VLW standen, angegangen und teilweise sogar zu Ende gebracht worden. 

Das Motto: Die Pandemie als Chance nutzen
Zum einen wurde auf der Geschäftsstelle um- und aufgeräumt, ausgemistet und renoviert. Zum anderen wurden dringend notwendige Investitionen getätigt, um die Digitalisierung voran zu treiben. „Der Ausbau des E-Learning stand seit Jahren auf unsere Agenda, nun hat uns die Pandemie dazu gezwungen“, sagt VLW-Präsident Martin Walter. Fortbildungen im Schiedsrichterwesen wurden zwar ausgesetzt, aber die Ausbildung von Schiedsrichtern wurde durchgeführt, weil ins Digitale verlagert. In kürzester Zeit wurde eine neue Plattform geschaffen für die D- und C-Lizenzen, auf die Beine gestellt von den Ehrenamtlichen im Schiedsrichterwesen selbst. „Und im Sommer, als das Virusgeschehen im Griff war, gab es sogar einige Präsenz-Veranstaltungen“, berichtet Tobias Münzenmaier, der Bereichsleiter IT und Lehrwesen beim VLW. 

Für die Trainer-Fortbildung wurde viel ausprobiert, mit abendlichen Treffen vor der Webcam oder mit einem Intensivkurs mit 16 Einheiten online, über ein Wochenende verteilt. „Ich denke, auch unabhängig vom Virus, werden wir in Zukunft nicht darum herumkommen, solche Angebote weiterhin digital ablaufen zu lassen“, sagt Münzenmaier. „Und es ist bewundernswert, wie wirklich alle mitgezogen haben. Es gab keinerlei negative Reaktionen. Im Gegenteil, die Freude war groß, dass endlich was stattfindet.“

Jetzt neu: Die D-Trainer-Ausbildung
Auch rein digital wurde als Einsteigerplattform die neue D-Trainer-Ausbildung (www.vlw-online.de/d-trainer) installiert. „Hier wollen wir vor allem Quereinsteigern eine Plattform bieten. Beispielsweise könnten ehemalige Spieler – jetzige Eltern von jungen Volleyballern – diese nutzen. Aber auch Jugendliche, die erste Erkenntnisse und Unterstützung als Trainer gewinnen wollen dient diese Plattform optimal. Mit Videoclips arbeitet das neu entwickelte Portal www.volleyball.schule mit Lehrmaterial, Qualifikationsmöglichkeiten und zusätzlichen Aktionen für Lehrer und Schüler. Gemeinsam mit dem Gesundheitspartner AOK Baden-Württemberg wurde die Duo-Fibel digitalisiert. In 19 Videos gibt es Informationen zu den Grundtechniken sowie zum Spiel Zwei gegen Zwei – ideales Material, um Vereine beim Aufbau von Kooperationen von Schule und Verein zu unterstützen. 

Eckpfeiler für das Spiel mit dem runden Ball
Ähnliches gibt es nun auch für Fortgeschrittene: Die ARGE Leistungssport Volleyball in Baden-Württemberg hat in Zusammenarbeit mit dem VLW ein pfiffiges E-Book erstellt. Darin präsentieren die langjährigen Trainer Michael Mallick und Christian Lohse die Basistechniken anhand von über Fotos sowie mithilfe von extra angefertigten Video-Clips, die auch auf YouTube frei verfügbar sind. Fünf Spieler aus dem Bundeskader fungierten dabei als Models. Ein schönes Vermächtnis, dass der inzwischen in Ruhestand getretene langjährige Landestrainer Michael Mallick damit hinterlassen hat. (www.vlw-online.de/eckpfeiler-der-basistechnik)  

Vorstellungsgespräche vor der Kamera
Die breit eingesetzte digitale Technik machte es auch möglich, neue Wege bei der Stellenbesetzung zu gehen und zeitnah Vollzug vermelden zu können. Der neue Landestrainer Philipp Sigmund beginnt am 15. Januar seine Tätigkeit für den männlichen Bereich in Baden-Württemberg. Und auch die Stelle des Bundesstützpunkttrainers konnte nach dem Wechsel von Alexander Prietzel zum Olympiastützpunkt Hamburg ins Bundestrainer-Team schnell wiederbesetzt werden. Nahtlos. Zum neuen Jahr tritt Tobias Rex die Stelle am Stuttgarter Olympiastützpunkt an. Der Kreis schließt sich insoweit, dass Rex zuvor als Landestrainer Beach-Volleyball in Hamburg tätig war.

„Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“ Johann Wolfgang von Goethe

In Zeiten der Krise, ist es wichtig, dass man zusammensteht. Das haben die vielen Bausteine, die das Dach des VLW zusammenhalten, bravourös bewiesen. „Es war gerade für die Ehrenamtlichen ein besonders hartes Jahr, weil es auf der einen Seite viel mehr Arbeit gab und auf der anderen so wenig stattgefunden hat“, sagt VLW-Geschäftsführer Andreas Burkard. „Das kann einen schon ernüchtern.“ Doch gleichzeitig war gelebte Solidarität zu spüren, was alle Beteiligten nach vorne treibt. Volleyball – ein Teamsport.